Kurzchronik

  • Februar 1900
    Im Auftrag der Baugesellschaft „Dortmund“ beginnt der Tiefbauunternehmer Deilmann mit der Bohrung nach Kohle, da der Kohlebergbau in den Beckumer Höhen floriert und ein weiteres Abbaugebiet im Osten des Kreises Beckum erschlossen werden soll.

  • 14. September 1900
    Erste Förderung von Salzwasser aus 656 m Tiefe statt der erwarteten Kohle.

  • September 1901
    Die Bergbehörde erteilt die Genehmigung zur Ausnutzung des 220ha großen Solequellenfeldes.

  • 1902
    Beim Weiterbohren bis 900m erschließt man weitere Quellen. Die Temperatur der Sole beträgt bei 912m 38° Celsius und steigt durch artesischen Druck (Eigendruck) eruptiv auf 12m über Niveau an.

  • 1904
    wagt der Hamburger Großkaufmann Wilhelm Eichholz den Versuch im Umkreis der erbohrten Quelle ein Heilbad zu errichten.

  • 1905
    begann Wilhelm Eichholz in der Nähe der „Olga-Sprudel“ genannten Quelle mit dem Bau eines Badehauses. Weiter werden die fünf, teils bis heute erhaltenen, Villen in der Quellenstraße erbaut. Später werden diese Villen unter den Namen Villa Deutsches Haus, Villa Julia, Villa Maria, Haus Elisabeth und Haus Monika als Fremdenheime genutzt.

  • Ende 1908
    Werden die Baumaßnahmen an dem Badehaus auf Grund eines Konkurses eingestellt.

  • 1912
    Kommt es zur Zwangsversteigerung des Bades, die Stadt Lippstadt lehnte den Kauf ab und die Solquelle geht bei der Versteigerung an die neu gegründete Deutsche Badegesellschaft mbH zu Hamburg-Altona über.

  • 1913
    Eröffnung des Badeortes „Bad Liesborn“.

  • 10. Juli 1913
    Wird das Bad an die 1887-1890 erbaute Eisenbahnstrecke Münster-Lippstadt angeschlossen. Der Halt heißt „Bad Liesborn“.

  • 11. Februar 1914
    Erste dokumentierte Erwähnung des Namens „Bad Waldliesborn“ beim Amtsgericht Oelde mit der Eintragung der Bad Waldliesborn GmbH ins Handelsregister.

  • 1917
    Erwerben die Franziskanerinnen aus Olpe in der Nähe des Kurparks 80 Morgen Gelände mit vorhandenen Gebäuden und richten dort ein Kinderheim ein, später wird das Haus in ein Mütterheim mit dem noch heutigen Namen „Haus Carola“ umgewandelt. Heute erholen sich hier Ordensschwestern.

  • 1919
    Der 1. Weltkrieg und der Unfalltod des Geschäftsführers und Badearztes Dr. Ernst Stolte beeinträchtigen den Kurbetrieb erheblich. Der Kurbetrieb kommt teilweise zum Erliegen.

  • 1920
    Kurtaxe: 10 Mark für 6 Wochen Kur.

  • 1920
    Verkauf aufgrund von Liquiditätsschwierigkeiten von Bad Waldliesborn seit Beginn der Inflation. Die Belgier Julia Frische und ihr Vater Jakob Bellings erwarben diese Geschäftsanteile. Ehemann Anton Frische übernahm die Führung des Kurhauses und Julia Frische wird Geschäftsführerin der neu gebildeten „Bad Waldliesborn GmbH“.

  • 1923 und 1924
    Erzielte die erste und seither einzige Mineralwasserfabrik, die „Waldliesborner Tafelwasser“ abfüllte, befriedigende Umsätze.

  • 1925 und 1926
    Wird ein etwa 300 Personen fassender Bau als Kursaal an den „Lindenhof“ gebaut.

  • 1927
    Eine Analyse des Prof. Dr. Fresenius ergibt, dass die Solquellen Bad Waldliesborns zu einer der stärksten Deutschlands gehört. Eine Werbeschrift verkündet die Sole sei „Bad Oeynhausen ebenbürtig, anderen weit überlegen“.

  • 1930
    War die Zahl der Bevölkerung so stark angestiegen, dass die katholische Pfarrkirche errichtet werden musste.

  • 1935
    Werden 50 Morgen Kurparkgelände durch die Bad Waldliesborn GmbH verkauft um eine Zwangsversteigerung abzuwenden, die durch die Arbeitslosigkeit in den 30er Jahren drohte.

  • 1940
    Während des 2. Weltkrieges gelingt es dem Badebetrieb durch Erholungskuren für Rüstungsarbeiter aufrecht zu erhalten.

  • 1943
    Findet die Initiative des Wadersloher Amtsbürgermeisters und späteren ersten Kurdirektors Ewald Klinkhammer fruchtbaren Boden beim Provinzialverband Westfalen (heute: Landschaftsverband Westfalen-Lippe) Zustimmung an einer kapitalkräftigen Gesellschaft.

  • 25. August 1944
    Übernahme sämtlicher Geschäftsanteile der Bad Waldliesborn GmbH durch örtliche Gebietskörperschaften wie dem Provinzialverband Münster, dem Kreis Beckum, dem Amt Liesborn-Wadersloh und der Gemeinde Liesborn.

  • 05. Oktober 1944
    Etwa 300 Sprengbomben und tausende Brandbomben fielen auf den Badeort, sechs Tote, zahlreiche Verletzte und 30 zerstörte landwirtschaftliche Betriebe waren die Bilanz eines auf Lippstadt geplanten Angriffs durch etwa 200 feindliche Bomber. Ein Großteil der Bomben wurde zu früh ausgeklinkt und landete somit irrtümlicherweise in Bad Waldliesborn.

  • August 1946
    Erneute Aufnahme des Badebetriebes nach Räumung der den Fremdarbeitern zur Verfügung gestellten Häuser durch die der vorherige Kurbetrieb zeitweise komplett zum Erliegen kam.

  • Winter 1946
    Verlust des Bohrloches durch Schwimmsand und Korrosion der Rohre.

  • 1948
    Wiedereröffnung des kompletten Badebetriebes nach dem 2. Weltkrieg.

  • Mai 1948
    Erneute Soleförderung nach dem Verlust der Quelle im Jahr 1946.

  • 1954
    Erhält Bad Waldliesborn den Anschluss an die zentrale Wasserversorgung.

  • 1958
    Bau der Umgehungsstraße B55 für Lippstadt und Bad Waldliesborn.

  • 1974
    Anerkennung Bad Waldliesborns als Kurort.

  • 01. Januar 1975
    Bad Waldliesborn gehört ab sofort zur Stadt Lippstadt.